Azubi gesucht: Was interessiert den 19jährigen Björn?

Azubi gesucht: Björn ist 19 Jahre alt und möchte eine Ausbildung machen. Ihr Unternehmen ist seit 40 Jahren am Markt und sucht händeringend nach Auszubildenden. In Zeiten von Social Media stellt sich die spannende Frage: Wie kommen Sie beide zusammen?

Foto: shutterstock

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Generation Maybe sucht nicht mehr, sondern findet

Der 19jährige Björn zählt zur Generation Maybe. Er hat beruflich alle Optionen, kann sich vor lauter Auswahl jedoch nur schwer entscheiden. Er liebt Fitness, mag seinen Körper und weiß, wie er sich cool und sexy online präsentiert. Digital ist er bestens vernetzt: Ob Instagram, Tumblr oder das Facebook seiner Eltern – alles easy, kein Problem.

Björn ist mobil unterwegs, lässt Filme auf sein Smartphone streamen, kann selbst filmen, schneiden, auch vertonen. Medien bedient er mit links, sucht nicht mehr, sondern findet mit Leichtigkeit spielerisch (fast) alles. Wenn da die Qual der Wahl nicht wäre: Studium oder Ausbildung? Ok, lieber was Praktisches. In der Nähe seiner Freunde oder lieber in einer großen Stadt?

Tausend Optionen und kein Ende in Sicht. Ach so, über den passenden Beruf haben wir noch gar nicht gesprochen! Björn fragt seine Kumpels, von denen haben manche auch noch keinen Plan. Andere diskutieren mit den Eltern, was passt, was nicht. Ein paar Glückliche haben sogar einen Mentor und fragen den um Rat.

Wie cool präsentiert sich Ihr Unternehmen?

Auf der anderen Seite die Unternehmen, meist Mittelständler, die händeringend nach Auszubildenden suchen: „The War for Talent“ ist ein Begriff, den ein McKinsey Mitarbeiter bereits vor 20 Jahren geprägt hat. Handel und Handwerk kämpfen um ihren Nachwuchs und lockern schon seit Jahren ihre Standards.

Im Vier-Augen-Gespräch erzählen mir Unternehmer immer wieder, wie schwer es Ihnen fällt, die passenden Bewerber zu finden. Ein Gastronom aus Sachsen, der mehrere Betriebe führt, berichtet ganz offen, dass er in seiner Suche immer anspruchsloser wird: Hauptsache ich finde überhaupt jemanden! 

Von meiner Seite kommt dann die alles entscheidende Frage:

Nutzen Sie schon die Kraft der sozialen Netzwerke?

Jetzt beginnt das allgemeine Stottern: Hm, ja, wir müssten mehr machen, ich weiß! Beim konkreten Nachfragen bekomme ich dann ein genaueres Bild: Internetseite – Anno vorgestern – leider nicht mobiltauglich, letzte News vor drei Jahren. Keinen Social Media Verantwortlichen im Unternehmen, also Chefsache und der hat für sowas keinen Kopf und keine Zeit.

Folglich werden die neuen Mitarbeiter ganz klassisch gesucht: Stellenanzeigen, Messestand bei der Handwerkskammer – das selbe Programm seit 20 Jahren. Mit mäßigem bis gar keinem Erfolg. Mich erinnert die Ignoranz mancher Unternehmen an die drei Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. 

Social Media? Kein Anschluss unter dieser Nummer!

Meine zweite Frage: Wie lange wollen Sie noch warten? Melden Sie endlich den alten Fax-Anschluss ab und starten Sie stattdessen in der Welt der sozialen Netzwerke. Drei Schritte für den Anfang:

Jeder potentielle Bewerber ist wie Björn auf einer „Customer Journey“: Auf dieser Reise findet er auf unterschiedlichen Kanälen alle relevanten Informationen. Was ihm fehlt sind häufig Vorbilder, Unternehmer aus Fleisch und Blut, die mit ihren Geschichten faszinieren, das Unternehmen attraktiv und zeitgemäß erscheinen lassen.

Er will in den sozialen Netzwerken die Berichte von anderen Mitarbeitern finden, die ihn emotional berühren. Zu Björns Fragen zählt auch die soziale Verantwortung: Er interessiert sich für die Produktion, den Umgang mit Ressourcen, die Nachhaltigkeit.

Azubi gesucht? Sie merken schon: Björn und die Generation Maybe will Antworten, bevor er sich für Ihr Unternehmen entscheidet. Ich hoffe, er findet sie auch bei Ihnen, damit die Zukunft Ihrer Firma gesichert ist.




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