Einfach nervig: Humorvolle Gedanken zum Umgang mit schwierigen Kollegen

Acht Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche, macht insgesamt 160 Stunden im Monat und 1920 Stunden im Jahr. Soviel Zeit verbringen die meisten Menschen durchschnittlich mit ihren Kollegen am Arbeitsplatz. Eine Menge Zeit in einer Zweckgemeinschaft, die oft Spaß macht, herzliche Freundschaften hervorbringt, doch manches Mal dafür sorgt, das es „im Karton knallt“. Leider können wir uns unsere Kollegen nicht aussuchen. Aber wir können lernen, mit nervigen Mitmenschen umzugehen, damit sie uns nicht den Tag verderben?

Willkommen im Club der Unvollkommenen

Was können Sie gegen die Macken Ihrer Kollegen unternehmen, ohne den kollegialen Frieden auf Dauer zu gefährden? In meinem Blog schreibe ich heute nicht über Menschen, die uns wirklich schaden, sondern von Kollegen, die durch ihre Art und ihr Verhalten nerven.

Besserwisser, Nörgler, Faulenzer… Wohl jeder von uns hatte in seinem Job schon mal mit einem nervigen Kollegen zu tun. Ich habe große Probleme mit Menschen, die unter ständigem Mitteilungsdrang leiden und nicht wissen, dass Pausen im Gespräch hilfreich sind. Etwas bissig erlaube ich mir dann die Bewertung, dass diese Menschen unter verbaler Inkontinenz leiden. Das ist nicht wirklich freundlich, aber ich bin auch nur ein Mensch, der hin und wieder genervt ist.

Foto: Shutterstock

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Wenn der Kollege „Sprücheklopfer“ mit coolen Sprüchen um sich schmeißt

Was mich aber wirklich auf die Palme bringt sind „Silver-Surfer“, die mit coolen Sprüchen um sich schmeißen und meinen, damit Eindruck schinden zu können. Ein paar Beispiele gefällig? Plötzlich und unerwartet kommt der Vorgesetzte mit dem „Schlepptop“ zur Arbeit und grüßt locker und entspannt mit „Hallöchen“.

„Das performt nicht“, „Supi!“ oder „Zum Bleistift“ sind drei weitere vermeintlich lustige Sprüche, die im Büro aber nur kaum jemand lustig findet. Da muss der Sitznachbar „mal für kleine Königstiger“, und die Sekretärin verabschiedet sich mit einem begrenzt komischen „Ciao Cescu“. „Tschüssikowski“ witzelt beinahe schon jeder zweite Kollege beim Hinausgehen. Über „schön, dass du noch da bleiben darfst!“, freut sich auch keiner.

Das Arbeitsleben könnte also so schön sein, ohne diese bekloppten Sprüche, finde ich. Das muss mal gesagt werden.

Jeder Menschenzoo bietet die Chance zur Persönlichkeitsentwicklung

Leider haben wir im Berufsalltag nicht die Möglichkeit, uns nur die Mitarbeiter auszusuchen, mit denen wir auch nach Feierabend noch ein Bier trinken gehen wollen. Es gibt Menschen, die wir am liebsten nur von hinten sehen. Oder noch besser: gar nicht. Diese Menschen regen uns irgendwie auf und stören unser Wohlbefinden. Manchmal durch das, was sie tun. Manchmal einfach nur durch ihre Art, also dadurch, dass sie sind, wie sie eben sind.

Die Aussagen, „Ja bin ich hier im Affenstall?, oder „Laut gebrüllt, Löwe“, „Schon wieder ein Froschkonzert- nur Gequake“ erlauben mir den Gedanken, dass unser Miteinander vergleichbar mit einem Zoo ist. Jedes Tier benötigt andere Lebensumstände, intensive Pflege und gutes Futter. Gut zu wissen, dass ich auch eines dieser manchmal seltsamen und herausfordernden „gackernden Hühner“ oder eine „aufgeregte Zicke“ bin.

Wenn völlig unterschiedliche Typen zusammenarbeiten, prallen Mentalitäten aufeinander. Das kann schon mal extrem anstrengend sein, aber auch die Möglichkeit bieten, für sich selbst etwas zu lernen. Sie müssen nicht jeden Menschen mögen, aber ich ermutige Sie zu einem professionellen Umgang mit nervigen Kollegen. Das ist eine gute Schulung zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und fördert außerdem das persönliche Wachstum.

LOCKER BLEIBEN und bis Zehn zählen –  Mord ist keine Lösung

Der wichtigste und schwierigste Grundsatz im Umgang mit herausfordernden Kollegen lautet cool bleiben- und sachlich. Solange Sie noch Herr über Ihre Emotionen sind, empfehle ich Ihnen tatsächlich den guten alten Rat meiner Oma: „Zähle bis 10 und die Welt sieht anders aus.“ Wahrscheinlich wird Ihnen im Anschluss die Erkenntnis geschenkt, dass Sie die nervige Situation ja nicht persönlich nehmen müssen. Nach tiefen und entspannten Durchatmen, können sie wahrscheinlich lockerer mit der Situation umgehen.

Distanz schaffen – Ablenkung schenkt Klarheit

Ist die Situation festgefahren und Ihre momentane Gefühlslage droht zu eskalieren, hilft nur noch Distanz.

Treten Sie besser vor den Mülleimer auf der Toilette, als vor das Schienbein eines schwierigen Menschen.

Ich habe mir ein Ritual geschaffen, das mir hilft, mich zu reflektieren, bevor mir möglicherweise der Kragen platzt.

Wenn es möglich ist, schaffe ich eine räumliche Distanz und gehe an die frische Luft. Dann gebe meinen Gedanken ein Thema, das mit meiner aktuellen Situation nichts zu tun hat. Wenn ich mich mit einem anderen Thema beschäftige, kann mein Gehirn nicht gleichzeitig an die nervige Situation denken.

Das hilft, ist aber leider nicht immer möglich.

Sie brauchen hin und wieder innere und äußere Distanz, wenn Ihnen respektvolle Beziehungen wichtig sind. Denn nur Respekt schafft die Basis für eine gute und kollegiale Beziehung und vielleicht gelingt dadurch ein angenehmes Miteinander im Arbeitsalltag. Klingt gut, oder nicht?

Mein Fazit:

Kein Mensch muss so sein, wie Sie ihn haben wollen. Genauso ist es nicht Ihre Aufgabe, so zu sein, wie es andere von Ihnen erwarten. Am besten akzeptieren Sie, dass jeder Mensch mit seinen Macken und Eigenarten respektiert werden möchte.

Auch hier hilft ein weiser Satz meiner Oma: „Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu.“

Noch Fragen?


Monika Bylitza

sammelte 20 Jahre Praxiserfahrungen auf den Gebieten Personalführung, Coaching, Wertpapiermanagement und Vertrieb bei einer deutschen Großbank. Heute coacht sie Privatpersonen und Führungskräfte. Termine unter:
www.typakademie.de/bylitza



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