Sommerlektüre: Movo und Walden für Männer

Sorry, meine Damen, in diesem Blogbeitrag geht es ausschließlich um das, was „Mann“ im Sommer bewegt: „Walden“ nennt sich das neue Männer-Magazin von „Geo“ und will wie „Movo“ aus dem Bundes-Verlag Männer inspirieren.

Foto: shutterstock

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Männer lesen nicht – das ist keine Zielgruppe

Beide Zeitschriften sind neu auf dem Markt und wagen sich in ein Marktsegment, das lange Zeit von der Sixpack-Bibel „Men´s Health“ dominiert wurde. Ich vereinbare ein Interview mit dem Chef-Redakteur von „Movo“ Rüdiger Jope und will wissen, wie es zu dieser Neugründung kam? „Der Verlag hat sich 10 Jahre damit beschäftigt: Kann man nicht auch mal was für Männer machen? Doch im Raum stand die Behauptung: Männer lesen nicht. Das ist keine breite Zielgruppe!“

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Ich frage nach, welchen Bedürfnissen die Initiatoren von „Movo“ begegnen wollen? Jope: „Wir wollen die vier Bereiche abdecken: Job – Glauben – Beziehungen –Freizeit.“ Grinsend fügt er hinzu: „Das Heft kann Man(n) auf die Toillette legen und wird nicht von zu langen Texten erschlagen.“ Ich blättere durch die aktuelle Ausgabe und finde auf 84 Seiten eine ganze Reihe von interessanten Beiträgen, die meisten kurz und knackig auf den Punkt. Was mich besonders anspricht, scheint journalistisches Konzept zu sein: „Die Redaktion will keine fertigen Antworten liefern, sondern das Männerleben mit seinen Fragen und Zweifeln abbilden.“

Die Natur will dich zurück

Bei „Walden“ – dem neuen „Geo“-Ableger steht die Natur im Vordergrund. Nach dem Motto: „Lass dich raus! Die Wildnis beginnt vor der Haustür“ geht es hier um praktische Tipps für kleine Touren mit dem Kanu oder dem Rucksack – am Besten mit einem Buddy, einem langjährigen Freund. Das Magazin lebt von großformatigen Naturfotos und praktischen Routentipps. Doch die helfen nur, wenn sich der Leser vom gemütlichen Sofa erhebt und wirklich den Weg nach draußen in die Natur findet.

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Ich frage Rüdiger Jope, Chefredakteur von „Movo“ wo nach seiner Ansicht die Schmerzpunkte vieler Männer liegen? „Viele Männer haben Mühe, über das innere Menschsein zu reden. Zudem haben die
gesellschaftlichen Entwicklungen die Männer immer mehr in den Hintergrund gerückt.“ Jope betont, dass von etlichen seiner Leser eine „neue Männlichkeit gesucht wird: Sie wollen ihre eigene Identität finden.“ Auf diesem Hintergrund will „Movo“ auch „Mut machen, zu den eigenen Stärken zu stehen.“

Offen über Krisen sprechen

Spannend finde ich den Ansatz, auch die Spiritualität zu integrieren. Bei „Movo“ werden die christlichen Werte bewusst thematisiert. Rüdiger Jope betont:  „Jedes Magazin hat eine zentrale Geschichte, in dem ein Mann über sein Scheitern spricht, zum Beispiel über die Wochen im Hospiz und den Tod seines Kindes. Wir wollen Mut machen, den Schmerz zu formulieren!“

Im ersten Jahr nach dem Start erreicht „Movo“ knapp 20.000 Leser. Zum Schluss frage ich den Chefredakteur, was seine Ziele für die kommenden drei Jahre sind? Jope: „Wir wollen Männern den Rücken stärken und ihnen sagen: Du bist wichtig für deine Familie, deine Gesellschaft!“ Sein Ziel: Dass in der „vernetzten Gesellschaft immer mehr Männer ihre Verantwortung wahrnehmen – als Partner, Vater, Kollege oder Chef.“




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