Karl-Dietmar Plentz gewinnt den ersten EPOS-Award. Mit diesem Preis werden mittelständische Unternehmer ausgezeichnet, die als Sinnstifter in der Gesellschaft vielfältig Geschichte schreiben.

Gewinner des 1. EPOS Award: Karl-Dietmar Plentz

Seine klare Haltung bietet Orientierung

Eine unabhängige Jury unter Leitung von Dr. Christa Pfeffer und Sven Kaun-Feederle wählte aus den eingegangen Bewerbungen den Brandenburger Bäckermeister. Er führt bereits in der vierten Generation die Familienbäckerei in Oberkrämer an der nordwestlichen Stadtgrenze von Berlin.

In der Laudatio würdigte die Jury die leidenschaftliche Haltung von Karl-Dietmar Plentz: “Haltung meint hier nicht resilient und quasi teflonbeschichtet durch die Herausforderungen seines Lebens zu eilen. Nein, der Preisträger zeigt: Eine klare Haltung bietet Orientierung und kann andere in Bewegung setzen.”

Karl-Dietmar Plentz ist in der DDR aufgewachsen und hat mit seiner Frau Agnes fünf Kinder großgezogen: “Diskriminierung und entprechender Verzicht auf Abitur und Studium zu Zeiten der DDR ließen unseren Preisträger schon früh mit Krisen konfrontieren. Durch eine schwere Erkrankung des Vaters kam die Übernahme des Familienbetriebs bereits im Alter von 22 Jahren. Widerstände mussten bewältigt, grundsätzliche Zukunftspläne nach der Wende angegangen, auch eine persönliche Erschöpfungszeit und Neuorientierung für Aufgaben in Familie, Unternehmen und Gesellschaft durchlebt werden.”

Laudator Sven Kaun-Feederle (Mitte) mit den beiden Schwiegersöhnen Maximilian Schöppner und Ralph Keidel. Außen die Initatoren des EPOS-Awards: Agnes Anna Jarosch und Rainer Wälde,

Ein Brotmacher mit Passion

Karl-Dietmar Plentz erlernt das Bäckerhandwerk, wird engagierter Unternehmer und Gemeindevertreter und handelt aus christlicher Überzeugung – ein ehrenamtlich engagierter Mann mit Leidenschaft. Die Jury betont: “Der EPOS-Preisträger aus Brandenburg hat sich in vielerlei Hinsicht um das Gemeinwohl verdient gemacht. Als Bäckermeister verantwortet er heute einen Handwerksbetrieb mit mehreren Filialen und 160 Mitarbeitenden und fördert u.a. die Tradition des Bäckerhandwerks durch den Einsatz eines historischen Holzbackofens.”

Für den Juroren Sven Kaun-Feederle backt Bäcker Plentz dabei mehr als kleine Brötchen: “Für christliche Werte setzt sich der erfolgreiche Unternehmer mindestens so zupackend ein wie für innovative Marketingaktionen. So fördert er als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb Jugendliche mit Handicap als auch mit Begabtenförderung, z.B. dem trialen Studium und Ausbildung mit Auslandspraktikum.

Nebenberuflich verbindet er Traditionshandwerk mit sozialem Engagement und setzt sich für Projekte wie die Spendenaktion „Ein Brot, das Gutes tut” ein. Dabei sammelten die Deutschen Innungsbäcker im vergangenen Jahr 100.000 Euro zugunsten von „Ein Herz für Kinder”.

Wertschätzung für 160 Mitarbeiter

„So wie ihr von den Menschen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch.“ – Dieses Bibelzitat ist ein gelebter Wert in seiner Handwerksbäckerei, die auch Platz für Unterschiedlichkeit bietet. Bäcker Plentz stellt Mitarbeiter unabhängig von ihrem Hintergrund ein und hat auch die „Charta der Vielfalt“ unterschrieben, die sich für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzt.

Sein Wunsch: Alle Mitarbeitenden sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Die Jury des EPOS-Award betont: “Damit dient Karl-Dietmar Plentz denjenigen werteorienten Unternehmer*innen zum Vorbild, die aus ihrem klaren Standpunkt heraus Diversität respektieren und gerade dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnen.”

Auch im kommenden Jahr wird der EPOS-Award Unternehmer auszeichnen, die als Sinnstifter vielfältige Geschichte schreiben. Initiatoren des Awards sind die beiden Kommunikationsberater Agnes Anna Jarosch (Stuttgart) und Rainer Wälde (Frielendorf bei Kassel).

Buchtipp: Die Unternehmer-Geschichte von Karl-Dietmar Plentz “Der Brot-Macher”, Brunnen Verlag Gießen 2019