“Na, wie lief Dein Jahr?” Diese Frage ist schnell gestellt, aber mitunter nicht ganz so leicht zu beantworten. In meinem letzten Blogbeitrag in diesem Jahr lade ich Sie zu einem persönlichen Rückblick ein: Was ist Ihnen 2019 besonders gut gelungen, wo spüren Sie eher Schmerz und Trauer?

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Kurz die Luft anhalten

Zugegeben: Für mich fing das Jahr mit einer großen inneren Spannung an. Gelingt es uns nach zwei Jahren Aufbau unseren Traum vom Gutshof auch finanziell auf stabile Füße zu stellen? Jeder Selbständiger und Unternehmer kennt diesen Moment, wenn alle kurz die Luft anhalten, ob ein Projekt gelingt. Alle Beteiligten haben über Monate ihr Bestes gegeben, doch ob die Kunden das Angebot annehmen, können wir nur begrenzt steuern.

Die Buchungszahlen für unsere Seminare waren im Januar noch sehr bescheiden. Zum 25jährigen Jubiläum unserer Akademie “gönnten” wir uns zum ersten Mal nach 10 Jahren Pause wieder ein gedrucktes Seminarprogramm. Richtig “Old School” – obwohl alle Welt doch nur noch googelt. Wirklich?

Eine glückliche Wendung

Unsere Mitarbeiterinnen im Büro waren ganz begeistert über die Resonanz: Deutlich mehr Buchungen! Was Hirnforscher bereits vor Jahren herausgefunden haben, zeigte auch bei uns 2019 eine messbare Wirkung. Gedruckte Magazine führen unser Gehirn in den sogenannten “Flaniermodus”, während das Lesen auf Tablett und PC einen “Stressmodus” auslöst.

Besonders unsere neue Ausbildung zum “Waldbademeister” sorgte für große Resonanz und löste ein starkes Medien-Echo aus: Print, Radio und Fernsehen stellten den neuen Gesundheitstrend aus Japan vor. Unser Glück: Wir schafften es mit diesem Thema nicht nur in die Tageszeitung, sondern auch in die ARD Tagesthemen.

Eine Woche lang stand das Telefon nicht mehr still, wir konnten etliche Zusatztermine einplanen und hatten 2019 deutlich mehr Seminarteilnehmer als im Jahr zuvor.

Glauben wir noch an Segen?

“An Gottes Segen ist alles gelegen”, sagt der Volksmund und fasst damit eine Weisheit zusammen, die über Generationen viele Landwirte geprägt hat. Sie können säen und düngen, doch ob die Ernte gut wird, liegt nicht in ihrer Hand.

Auch meine Frau und ich wissen nach über 20 Jahren der Selbständigkeit, dass Hagel und Schädlinge eine unternehmerische Ernte ruinieren können. Das Bild der sieben fetten und der sieben mageren Jahre haben wir schon selbst erlebt. Von daher sind wir beide von Herzen dankbar, wenn ein Jahr auch wirtschaftlich gelingt.

“Demut ist die Fähigkeit, auch zu den kleinsten Dingen des Lebens emporzusehen”, dieses Zitat wird Albert Schweitzer zugeschrieben. Es bringt nach meiner Ansicht gut auf den Punkt, dass ich als Führungskraft täglich auch meine eigene Einstellung überprüfen muss. Nehme ich wirtschaftlich gute Jahre für selbstverständlich an und klopfe mir für meine Leistung innerlich auf die Schulter? Oder erkenne ich mit Demut, dass mir eine gute Ernte auch geschenkt wurde?

Ein Trainingsjahr für Dankbarkeit

Vielleicht bin ich in meinem 58. Lebensjahr als Unternehmer etwas sentimentaler, weil der runde Geburtstag bereits in greifbare Nähe rückt. Doch offen gesprochen war 2019 für mich ein Trainingsjahr in Dankbarkeit.

Mit jedem Monat, in dem sich unsere wirtschaftliche Lage verbesserte, entspannte sich mein Nacken. Die Last auf den Schultern nahm ab und Leichtigkeit setzte ein. Das gesamte Team freute sich mit uns über die vielen Kunden und wir spürten ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit.

Mein Best-Practice-Tipp:

Nehmen Sie sich am Wochenende eine Stunde Zeit und lassen Sie Ihr Jahr Revue passieren: In welchen Bereichen spüren Sie Trauer, weil Projekte nicht gelungen oder Beziehungen zerbrochen sind?

Was ist Ihnen besonders gut gelungen? Notieren Sie die beruflichen und auch privaten Highlights.

Für welche Menschen, für welche Begegnungen sind Sie besonders dankbar? Wem möchten Sie persönlich oder mit einer kleinen Karte danken?

Vielen Dank für Ihre Treue

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Ihnen als Leserin, als Leser meines Blogs bedanken. Vielen Dank für Ihre Treue in diesem Jahr und auch für die Rückmeldungen zu einzelnen Beiträgen. Ich wünsche Ihnen erholsame Festtage und Gottes Segen im neuen Jahr.

Herzliche Grüße Ihr Rainer Wälde