Personenmarke Gosch: Der Hummerkönig von Sylt

Jürgen Gosch ist 77 Jahre alt und immer noch umtriebig. 50 Gosch-Filialen gibt es heute und diese machen dank klarer Positionierung Jürgen Gosch zu einer der bekanntesten Personenmarken in Deutschland. Was steckt hinter dem Erfolg des Hummerkönigs?

Der Chef als Markenbotschafter

Wer im Sommer auf Sylt seinen Urlaub verbringt, kann Jürgen Gosch in der Alten Bootshalle in List antreffen. Die „Nördlichste Fischbude Deutschlands“ ist sein Revier. Auch in der Saison schaut der Chef selbst nach dem Rechten, räumt auch mal einen Aschenbecher weg und gibt den Mitarbeitern klare Instruktionen.

Jürgen Gosch ist für die Gäste präsent und selbst ein wichtiger Teil der Marke: Ob auf Fotos oder in seinem Restaurant: Der Chef trägt immer die gleiche Kochjacke mit roten Knöpfen und dem Hummer. Auf der Tasche eingestickt: Gosch Sylt.

Stolz auf die eigene Geschichte

Jürgen Gosch ist stolz auf seine Biografie: Bereits mit vier Jahren pulte er mit seinen Schwestern Krabben. Die Mutter zog die drei Kinder alleine auf, das Geld war knapp, jeder musste mit anpacken, so Gosch in seiner Biografie. Später sammelte er auf einer Müllkippe Schrott, dann wurde er Maurer.

Die zündende Geschäftsidee entstand im Gespräch mit Fischern, die er im Hafen beobachtete: Zahlreiche Touristen wollten Aale kaufen, doch die Krabbenfischer zuckten mit den Schultern: Haben wir nicht!

Jürgen Gosch erkannte die Marktlücke, besorgte sich beim Fischhändler in Husum die begehrten Aale und verkaufte sie nach Feierabend selbst im Hafen.

Gosch achtet auf die kleinsten Details

Auch als erfolgreicher Unternehmer hat Jürgen Gosch nicht vergessen: Es kommt auf die kleinsten Details an: Wo steht der Blumenkübel? Sind die Aschenbecher geleerte? Liegen Servietten auf dem Boden?

In einem Interview mit „Die Zeit“ betont Gosch, wie wichtig die „erdige Arbeit“ bis heute für den Erfolg seines Unternehmens ist. Es sind die einfachen Dinge, die dem Gast auffallen. Gleichzeitig bedauert er, dass es für diese praktischen Arbeiten so wenig Anerkennung gibt.

Jürgen Gosch bemerkt, dass er am liebsten mit jungen Mitarbeitern arbeitet, die wie er aus einfachen Verhältnissen stammen und keine reichen Eltern haben. Der Aufsteiger Gosch fördert Menschen, die wie er auch aufsteigen wollen.

Heute schon gegoscht?

Jürgen Gosch gilt als strenger Chef. Er selbst betont: „Das stimmt, ich mache klare Ansagen! Wer will denn einen wankelmütigen Chef?“ Das Fischbusiness hat er als Quereinsteiger von der Straße auf kennengelernt.

Unvergesslich sind die Geschichten, wie er als fahrender Fischhändler tagsüber vor Karstadt Aale verkaufte und nachts in seinem VW-Bus bei den Fischen schlief. Begründung: Hotel zu teuer, außerdem könnte jemand die Ware klauen.

Clever ist auch der Slogan, der aus der Personenmarke Gosch einen Lebensstil macht: „Heute schon gegoscht?“ Aus dem pfiffigen Aalverkäufer ist eine bundesweite Restaurantkette geworden mit eigener Fischfabrik und einem geschätzten Jahresumsatz von 81 Millionen. (Quelle: foodservice)

Mein Best-Practice-Tipp

  • Gosch bloggt: Lassen Sie Ihre Kunden teilhaben an Ihren Erfahrungen und erzählen Sie Ihre besten Geschichten.
  • Stehen Sie selbstbewußt zu Ihrer Herkunft: Scheuen Sie sich nicht, offen über schwierige Stationen Ihrer Biografie zu schreiben.
  • Sie sind die Marke: Bei Gosch ist es die immer gleiche Kochjacke. Mit welchen Details sorgen Sie für Wiedererkennung bei Ihren Kunden?



Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*