Im letzten Blog vor der Sommerpause möchte ich Ihnen gerne drei Filme empfehlen, die mit Wortwitz und schwarzem Humor für Entspannung sorgen.

Screenshots: Filmverleih

„Seine Mutter und ich“ – eine österreichische Komödie

Es gibt Filme, die so wunderbar schräg sind, dass man sie auch mehrfach genießen kann. Ulli Schwarzenbergers Komödie hat mir vor wenigen Tagen wieder soviel Spaß gemacht. Kinderbuchautorin Marie heiratet ihren Traummann Hubert, einen Airline-Piloten – der allerdings emotional fest an seine dominante Mutter Leopoldine gebunden bleibt, die Marie ihren Sohn nicht gönnt.

Als Leopoldines Mann stirbt und sie die Villa verkaufen will, zieht Marie mit Hubert und Baby kurzerhand bei ihr ein – eine Geste, die den Konflikt erst richtig entfacht. Die schwangere Marie gerät zunehmend zwischen die Fronten. Was folgt ist ein schwarzes Lustspiel zwischen fettigen Schnitzeln und duftenden Rosen. Zu sehen in der ZDF Mediathek.

„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ mit Senta Berger

Herrlich schräg ist auch der Kinofilm, für den Senta Berger kürzlich den deutschen Filmpreis erhalten hat. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.“ Berger spielt die Großmutter Inge, die ihren Enkel Joachim aufnimmt. Ihren „Lieberling“, wie sie ständig betont.

Als 20-Jähriger zieht er zu den Großeltern in ihre mondäne Villa bei Nymphenburg und erlebt dort, zwischen komischen Episoden aus dem Schauspielunterricht, vor allem das schrullige, liebevolle Universum von Großmutter Inge und Großvater Hermann.

Es gibt Sekt zum Frühstück, Whiskey um sechs, Rotwein am Abend, synchrones Gurgeln vor dem Spiegel. Unter der Situationskomik liegt aber immer die Trauer, die Joachim in sich trägt – und die Ahnung, dass auch die Großeltern selbst irgendwann zu einer Lücke werden.

Ein Film, der absurde Komik und echten Schmerz in perfekter Balance hält – über das Ankommen im Leben und das Abschiednehmen zugleich. Jetzt in vielen Mediatheken online erhältlich.

„Extrawurst“ – bitterböse Gesellschaftssatire

Meine dritte Empfehlung geht an Hape Kerkeling und seinen Film „Extrawurst.“ Er spielt den Vorsitzenden eines rheinischen Tennisclubs: Wenn Heribert Bräsemann den Verein leitet, läuft normalerweise alles einstimmig und harmonisch.

Doch dann empfiehlt eine Zugezogene bei der Jahreshauptversammlung, für die Mitglieder mit türkischem Migrationshintergrund einen zweiten Grill anzuschaffen. Was als gut gemeinte Geste gedacht war, entfacht einen Streit, der weit über Bratwurst und Grillrost hinausgeht.

Schnell wird aus einer Mücke ein Elefant – und aus einer Vereinssitzung eine gnadenlose Abrechnung mit der aktuellen Diskussionskultur. Kein Charakter kommt dabei ungeschoren davon – die Komödie hält der Gesellschaft mit spitzer Feder den Spiegel vor, ohne dabei mit dem Finger auf eine einzelne Seite zu zeigen.

Pointenreich, unbequem und zugleich versöhnlich gedacht: ein Film, bei dem man über die eigene Haltung lachen und gleichzeitig ins Nachdenken kommen kann.

Genießen Sie den Sommer

Mit diesen drei Filmempfehlungen verabschiede ich mich in die Sommerpause und melde mich Ende August wieder.

Sonnige Grüße

Rainer Wälde

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