„September Reset“ nennt sich eine Bewegung, die einen Neustart im Herbst propagiert. Warum bis Silvester warten, wenn sich viele aufgeschobene Dinge bereits jetzt umsetzen lassen?

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The Great Lock-In

Auf Instagram wird die Idee bereits gefeiert: „To Lock In“ heißt nicht, sich einzuschließen. Im Gegenteil, es geht darum sich auf ein Ziel zu fokussieren, um es bis Jahresende zu erreichen.

Manche setzen sich drei Ziele: Eines für die Gesundheit, eines für die Arbeit und eines für das Leben. Die Idee: Nicht länger aufschieben, sondern aktiv umsetzen, um das Jahr stolz abzuschließen.

Psychologen nenne das den „Fresh Start Effect.“ Er hilft uns, motiviert einen neuen Fokus zu setzen. Der Spätsommer als Zäsur für einen Neustart.

So gelingt der September-Reset

Ich finde die Idee sehr sympathisch und habe mir eine kleine To-do-Liste mit den Dingen geschrieben, die ich schon längere Zeit aufschiebe. Auf Platz 1: Negative digitalisieren. Am Mittwoch habe ich in meinem Büroschrank die unterste Schublade ausgeräumt und 46 Rollen APS-Film gezählt.

Für die jüngeren Leser: APS war ein sehr innovatives Fotosystem, das 1996 auf den Markt kam. Die Besonderheit: Die entwickelten Negative blieben in einer schützenden Filmkapsel, damit der Filmstreifen nicht verkratzen kann.

Auf den Filmen sind insgesamt 1.800 Aufnahmen, die ich nun alle zur Digitalisierung nach Köln geschickt habe. Schon in wenigen Tagen bekomme ich die wertvollen Erinnerungen auf einem USB-Stick zurück und kann sie auf dem Tablett-Computer in neuer Brillianz anschauen.

Ehrliche Bilanz ziehen

Zu meinem September-Reset zählt auch: Welche Zeitschriften-Abos lese ich noch? Was kann ich kündigen? Ich teste dabei mein inneres Glücksgefühl, meine Neugier oder Vorfreude, wenn eine neue Zeitungsausgabe kommt.

Bei „Psychologie heute“ und „Salon“ hüpft mein Herz, wenn ich an den Briefkasten gehe. Bei anderen Publikationen merke ich, dass ich sie emotionslos auf den großen Stapel lege. Also kann ich sie getrost noch bis 30.9. kündigen.

Wie sieht es mit Mitgliedschaften aus? Bin ich noch aktiv dabei oder innerlich längst ausgestiegen? Auch hier merke ich, dass ich in einer Berufsvereinigung und einem Wirtschaftsverband schon längst das Interesse verloren habe. Ich vermisse die Innovation, spüre keine Neugier. Warum schneide ich den alten Zopf jetzt nicht endlich ab?

Neue Gewohnheiten trainieren

Der dritte Bereich ist Social Media. Dazu gehört auch WhatsApp. Ich habe die Benachrichtigungen ausgeschaltet. Schaue nur noch einmal täglich nach dem Mittagessen in meinen Kanal.

Diese Gewohnheit irritiert etliche Freunde. Letzte Woche schrieb mir eine Bekannte, es war nichts dringendes. Abends fragte ihr Mann bei meiner Frau nach: Ich hätte mich noch nicht gemeldet? Ob die Nachricht denn angekommen sei?

Sorry, ich will auch im September nicht ständig auf allen sozialen Kanälen erreichbar sein. Stattdessen richte ich mir ungestörte Kreativzeiten ein, um neue Texte zu schreiben – auch diesen Blogbeitrag.

Ich nutze immer wieder den „Nicht-stören-Modus“. Auch Nachts liegt mein Handy niemals am Bett. Es sei denn ich bin in einem Hotel und habe den Wecker aktiviert.

Was kommt in meinem Leben zu kurz?

Zum Schluss noch drei konkrete Fragen, die mir bei meinem September-Reset helfen: Was kommt in meinem Leben zu kurz? Wofür wünsche ich mir mehr Zeit? Was ist mir in diesem Herbst besonders wichtig?

Meine Prioritäten sind klar: In den nächsten Tagen werde ich meinen neuen Roman druckfertig machen, an dem ich seit Oktober arbeite. Für einen Kunden begleite ich ein Coffee-Table-Book, das schon bald erscheinen wird. Außerdem bereite ich mit meiner Frau ein neues Seminar auf Mallorca vor.

Vom 28. Oktober bis 1. November begleiten wir eine kleine Gruppe von Selbständigen, Handwerkern und Unternehmern bei einem Führungskräfte Retreat.

Falls Sie einen geschützten Raum für ein persönliches Reset suchen, sind Sie herzlich eingeladen. Wir haben aktuell noch zwei Plätze frei. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Retreat-Seite.

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